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Wunde Brustwarzen in der Stillzeit – Ursachen, Vorbeugung, Behandlung

Stillzeit

Wunde Brustwarzen in der Stillzeit – Ursachen, Vorbeugung, Behandlung

15. April 2021

Wunde Brustwarzen in der Stillzeit – Ursachen, Vorbeugung, Behandlung

Kaum ist die Geburt überstanden, werden Neugeborene nicht selten noch im Kreißsaal der Mutter zum ersten Stillen an die Brust gelegt. Meist funktioniert der natürliche Saugreflex der Kleinen und sie beginnen sofort die wertvolle Muttermilch zu trinken. Für viele Mütter ist es eine Selbstverständlichkeit und auch ein großer Wunsch, ihr Baby die ersten Lebensmonate oder länger zu stillen.

Neben der Tatsache, dass die Muttermilch perfekt auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt ist, ist das Stillen auch überaus praktisch: Muttermilch ist kostenlos, zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar und perfekt temperiert. Stillen ist die perfekte Einschlafhilfe, fördert die Beziehung zwischen deinem Baby und dir und nichts tröstet weinende Babys besser als das beruhigende Saugen am Mamas Brust.

Natürlich gibt es auch eine Kehrseite: Nur du als Mutter kannst stillen -damit bist du besonders in den ersten Lebenswochen und -monaten unabkömmlich, hast selten Zeit für dich oder andere Dinge und nicht wenige Mütter berichten in dieser Zeit von Erschöpfung aufgrund von Schlafmangel und körperlicher Überbeanspruchung durch das Stillen.

Insbesondere die Brustwarzen können zu Beginn der Stillzeit aber auch später in Phasen, in denen das Baby sehr häufig an die Brust möchte, in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Brustwarzen werden wund, sind gerötet oder geschwollen, manchmal sogar blutig. Das Stillen, insbesondere das Ansaugen durch das Baby, ist dann oft nur noch unter Schmerzen möglich. Wenn deine Beschwerden dich sehr beeinträchtigen oder lange andauern, hast du vielleicht auch schon ans Abstillen gedacht. In dieser Situation hilft es, die Ursachen von wunden Brustwarzen und die Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung genauer zu betrachten.

Ursachen wunder Brustwarzen in der Stillzeit

Häufig ist die ungewohnte oder starke Beanspruchung der Brustwarze durch das Stillen der Grund für schmerzende und wunde Brustwarzen. Darüber hinaus können folgenden Ursachen die Beschwerden hervorrufen oder verstärken:

  • Das falsche Anlegen des Babys führt dazu, dass die Brustwarze übermäßig beansprucht wird.
  • Hohlwarzen bzw. Schlupfwarzen erschweren es dem Baby die Brustwarze ko mplett zu erfassen.
  • Ein festgewachsenes Zungenbändchen beim Baby erschwert das effektive Saugen und führt zu häufigeren und längeren Stillmahlzeiten.
  • Bakterien, die auf oder in die Haut gelangen, führen zu Infekti onen, die beim Stillen schmerzen.
  • Eine Pilzinfektion / Soorinfektion im Mund des Babys oder an der Brustwarze führt häufig zu stechenden Schmerzen.

Bei wunden Brustwarzen professionellen Rat einholen

Unabhängig von der Ursache, sollte bei wunden Brustwarzen professioneller Rat, wie z.B. der eines Arztes, einer Hebamme oder Stillberaterin ei ngeholt werden, wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind oder zusätzliche Beschwerden wie Fieber oder Abgeschlagenheit hinzukommen.

Eine Stillberaterin oder Hebamme kann dich und dein Baby beim korrekten Anlegen unterstützen, um sicherzustellen, dass dein Baby richtig saugt. Bei Hohl – oder Schlupfwarzen und auch bei festgewachsenen Zungenbändchen können Stillberaterinnen oder Hebammen ebenfalls unterstützen und wertvolle Tipps geben.

Wenn Bakterien – oder Pilzinfektionen die Ursache für die Beschwerden sind, entscheidet der Gynäkologe oder Kinderarzt über eine medikamentöse Behandlung. Da Pilzinfektionen häufig ein Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem sind, sollte das Augenmerk auch au f die Stärkung deines Immunsystems gerichtet werden.

Oft bilden sich auf wunden Brustwarzen im weiteren Verlauf Risse oder Schrunden, sog. Rhagaden. Die Verkrustungen können bei der nächsten Stillmahlzeit aufreißen und sogar bluten. In der Folge k önnen sich die Schmerzen beim Anlegen und Stillen verschlimmern und die Risse in der Haut sind die perfekte Eingangspforte für Bakterien.

Durch korrektes Anlegen können wunde Brustwarzen verhindert werden. Wenn es dafür schon „zu spät“ ist, weil du bereits wunde Brustwarzen hast, gibt es einige Tipps, mit denen du dir Linderung verschaffen kannst:

  • Trage lockere Kleidung und einen bequemen und gut passenden Still – BH.
  • Versuche in den ersten Wochen nach der Geburt zu schlafen oder dich auszuruhen, wann immer dein Baby schläft – ausreichend Schlaf stärkt dein Immunsystem und beschleunigt Heilungsprozesse im Körper.
  • Verzichte auf Salben oder Cremes für wunde Brustwarzen – du verstärkst damit das Risiko für Infektionen und darüber hinaus musst du sie vor der nächsten Stillmahlzeit umständlich entfernen.

Silberhütchen als Begleiter bei gereizten Brustwarzen

Ein prima Hilfsmittel, um wunde Brustwarzen zu vermeiden oder bereits entstandene Beschwerden dadurch zu lindern sind Silberhütchen. Es handelt sich um kleine hutförmige Auflagen aus massivem, reinem Feinsilber. Lege diese einfach zwischen den Stillmahlzeiten in deinen Still – BH direkt auf deine Brustwarzen. Silberhütchen bilden folgende Vorteile:

  • Sie bieten optimalen Schutz der schm erzenden und gereizten Brustwarzen vor Reibung, Abknicken und Verkleben mit Textilien oder Stilleinlagen.
  • Sie haben einen angenehm kühlenden Effekt, der direkt beim Auflegen auf wunde Brustwarzen schmerzlindernd wirkt.
  • We nn das Silberhütchen direkt nach dem Stillen wieder auf die Brustwarze gelegt wird, befindet sich immer etwas Muttermilch an der Brustwarze, wodurch die sog. feuchte Wundheilung begünstigt wird. Die Haut bleibt geschmeidig, es bilden sich keine Verkrustungen und dadurch weniger Schmerzen beim nächsten Anlegen.
  • Silberhütchen enthalten keine Inhaltsstoffe, die das Baby beim Stillen über den Mund aufnimmt, wie z.B. Salben oder Kompressen.
  • Silberhütchen sind wiederverwendbar u nd dadurch umweltfreundlich, nachhaltig und kostensparend.

Fazit:

Stillen ist etwas Wunderbares und im Alltag mit Baby sehr praktisch, aber nicht immer läuft es von Anfang an problemlos und schmerzfrei. Gib dir und deinem Baby die Zeit, das Stillen zu lernen und euch aufeinander einzuspielen.

Bitte deine Hebamme oder eine Stillberaterin um Hilfe, wenn du Probleme oder Schmerzen beim Anlegen oder wunde Brustwarzen hast oder befürchtest, dass dein Baby nicht genug Muttermilch trinkt. Achte gut auf dich und sei dir bewusst, dass die Stillzeit eine sehr herausfordernde Zeit für deinen Körper ist, wodurch er regelmäßige Erholungspausen benötigt.

Wenn du wunde Br ustwarzen vermeiden möchtest oder bereits darunter leidest, dann können Silberhütchen ein perfektes Hilfsmittel für dich sein, um die Stillzeit mit deinem Baby in vollen Zügen zu genießen. Sie sind ein wirksames und dazu umweltfreundliches und nac hhaltiges Hilfsmittel, um deine empfindlichen Brustwarzen zu schützen, Infektionen vorzubeugen und entzündeten oder wunde Brustwarzen schneller zu heilen, ohne deinem Baby zu schaden.

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Stillen fängt nicht erst nach der Geburt an

Das Bedürfnis der Frauen nach Unterstützung und Beratung ist nach wie vor sehr groß und zwar nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in allen Industrieländern, wo es einfach ist, schnell und unkompliziert an Muttermilchersatzprodukte zu kommen. In unserer Gesellschaft ist es nicht selbstverständlich sein Kind zu stillen, denn falsche und fehlende Informationen sowie massive Werbung der Muttermilchersatzprodukt- und Babyflaschen- und Schnullerhersteller suggeriren uns, dass die Mutter sich keinen Stress machen muss und in dieser Hinsicht voll austauschbar ist. Kunstmilch ist angeblich inzwischen so hochwertig, ja fast genauso gut wie Muttermilch und auch woraus die Milch läuft, ist im Prinzip einerlei, denn die Sauger und Schnuller, meist aus Silikon, sind der Brustform extrem ähnlich. Keine Frau muss also mehr stillen, wenn sie nicht will oder kann und die Kinder werden trotzdem gesund gross. Ob das tatsächlich der Fall ist, werden wir in nachfolgenden Artikeln erfahren.

Stillen ist kein Muss

Stillen ist tatsächlich kein Muss, denn selbst früher gab es Ammen, die, neben dem eigenen Kind, auch Babys anderer Leute mit ernährt haben. Sie wurden dafür bezahlt und es war ein Job. Frauen, die heutzutage wirklich gerne stillen möchten und von der Wichtigkeit überzeugt sind, kontaktieren bei Fragen und Problemen zunächst einmal jemanden, der selber stillt oder gestillt hat. Das kann die Mutter, die Schwester, die Freundin oder die Nachbarin sein. Oder auch eine Stillberaterin. Und letztendlich bietet das Internet eine Fülle von Infos, viel richtige, aber auch viel falsche.

Hilfe ist nah

Da man nicht weiß, ob Nachbarin, Mutter, Freundin oder Schwester alles richtig gemacht haben, ist es am naheliegend eine Stillberaterinnen zu kontaktieren. WHO und Unicef empfehlen 6 Monate voll zu stillen, dann geeignete Beikost anzubieten und bis zum 2. Lebensjahr und darüber hinaus weiter zu stillen, wenn Mutter und Kind es wünschen. Eine große Unterstützung sind die Mutter-zu-Mutter-Stillberaterinnen. Diese sind meisten bei der La Leche Liga (www.lalecheliga.de) oder der Afs (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) www.afs-stillen.de organisiert. Die Beratung ist kostenlos. Es handelt sich um Mütter, die stillen oder gestillt haben und zwar jedes Kind ungefähr ein Jahr und zum Thema fortgebildet sind. Nur wer in einem Umfeld lebt, wo das Stillen als normal und wertvoll erachtet wird, gibt nicht so schnell auf. Wenn schwangere Stillgruppen besuchen und sehen, wie es ist zu stillen, das Stillen zu leben und zu erleben, es also in ihr Muttersein voll integrieren, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß Stillhürden- und Probleme zu meistern.

Wissen aneignen und stillfreundliche Umgebung schaffen

Der Körper der Frau bereitet sich bereits ab der 6. Schwangerschaftswoche auf das Stillen vor, in dem die Milchdrüsen beginnen sich zu verändern. Eine Frau, die die Zeit der Schwangerschaft nutzt und sich in einer ruhigen Stunde auf dem Sofa, oder sonst wo, gerne auch zusammen mit dem Partner, ein Stillbuch durchliest und eine Stillgruppe in der Nähe aufsucht, ist bestens auf die Stillzeit vorbereitet. Auch der Partner sollte unbedingt mit einbezogen werden, denn er kann und soll in der folgenden Zeit die wichtigste Stütze sein! Auch die Grosseltern sind herzlich willkommen! Wenn man sich das Stillen wie ein Examen vorstellt, zu dem man auch nicht unbedingt völlig unvorbereitet aufkreuzen würde, in der Hoffnung, dass man es schon irgendwie schafft, dann wird klar, dass eine gewisse Vorbereitung unerlässlich ist. Es gibt viel zu lernen und zu wissen und je früher man beginnt, sich eine Stillkultur anzueigenen, desto leichter ist es nach der Geburt.

Theorie und Praxis

Zwischen der Theorie und der Praxis ist dann auch nochmal ein Unterschied, aber dafür gibt es ja dann die Stillgruppen und Stillberaterinnen. Bei grösseren und komplizierteren Problemen kann man eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC heranziehen. Es handelt sich um Gesundheitspersonal, mit einer Fachausbildung zum Thema Stillen (siehe Link).