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Das Bedürfnis der Frauen nach Unterstützung und Beratung ist nach wie vor sehr groß und zwar nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in allen Industrieländern, wo es einfach ist, schnell und unkompliziert an Muttermilchersatzprodukte zu kommen. In unserer Gesellschaft ist es nicht selbstverständlich sein Kind zu stillen, denn falsche und fehlende Informationen sowie massive Werbung der Muttermilchersatzprodukt- und Babyflaschen- und Schnullerhersteller suggeriren uns, dass die Mutter sich keinen Stress machen muss und in dieser Hinsicht voll austauschbar ist. Kunstmilch ist angeblich inzwischen so hochwertig, ja fast genauso gut wie Muttermilch und auch woraus die Milch läuft, ist im Prinzip einerlei, denn die Sauger und Schnuller, meist aus Silikon, sind der Brustform extrem ähnlich. Keine Frau muss also mehr stillen, wenn sie nicht will oder kann und die Kinder werden trotzdem gesund gross. Ob das tatsächlich der Fall ist, werden wir in nachfolgenden Artikeln erfahren.

Stillen ist kein Muss

Stillen ist tatsächlich kein Muss, denn selbst früher gab es Ammen, die, neben dem eigenen Kind, auch Babys anderer Leute mit ernährt haben. Sie wurden dafür bezahlt und es war ein Job. Frauen, die heutzutage wirklich gerne stillen möchten und von der Wichtigkeit überzeugt sind, kontaktieren bei Fragen und Problemen zunächst einmal jemanden, der selber stillt oder gestillt hat. Das kann die Mutter, die Schwester, die Freundin oder die Nachbarin sein. Oder auch eine Stillberaterin. Und letztendlich bietet das Internet eine Fülle von Infos, viel richtige, aber auch viel falsche.

Hilfe ist nah

Da man nicht weiß, ob Nachbarin, Mutter, Freundin oder Schwester alles richtig gemacht haben, ist es am naheliegend eine Stillberaterinnen zu kontaktieren. WHO und Unicef empfehlen 6 Monate voll zu stillen, dann geeignete Beikost anzubieten und bis zum 2. Lebensjahr und darüber hinaus weiter zu stillen, wenn Mutter und Kind es wünschen. Eine große Unterstützung sind die Mutter-zu-Mutter-Stillberaterinnen. Diese sind meisten bei der La Leche Liga (www.lalecheliga.de) oder der Afs (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) www.afs-stillen.de organisiert. Die Beratung ist kostenlos. Es handelt sich um Mütter, die stillen oder gestillt haben und zwar jedes Kind ungefähr ein Jahr und zum Thema fortgebildet sind. Nur wer in einem Umfeld lebt, wo das Stillen als normal und wertvoll erachtet wird, gibt nicht so schnell auf. Wenn schwangere Stillgruppen besuchen und sehen, wie es ist zu stillen, das Stillen zu leben und zu erleben, es also in ihr Muttersein voll integrieren, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß Stillhürden- und Probleme zu meistern.

Wissen aneignen und stillfreundliche Umgebung schaffen

Der Körper der Frau bereitet sich bereits ab der 6. Schwangerschaftswoche auf das Stillen vor, in dem die Milchdrüsen beginnen sich zu verändern. Eine Frau, die die Zeit der Schwangerschaft nutzt und sich in einer ruhigen Stunde auf dem Sofa, oder sonst wo, gerne auch zusammen mit dem Partner, ein Stillbuch durchliest und eine Stillgruppe in der Nähe aufsucht, ist bestens auf die Stillzeit vorbereitet. Auch der Partner sollte unbedingt mit einbezogen werden, denn er kann und soll in der folgenden Zeit die wichtigste Stütze sein! Auch die Grosseltern sind herzlich willkommen! Wenn man sich das Stillen wie ein Examen vorstellt, zu dem man auch nicht unbedingt völlig unvorbereitet aufkreuzen würde, in der Hoffnung, dass man es schon irgendwie schafft, dann wird klar, dass eine gewisse Vorbereitung unerlässlich ist. Es gibt viel zu lernen und zu wissen und je früher man beginnt, sich eine Stillkultur anzueigenen, desto leichter ist es nach der Geburt.

Theorie und Praxis

Zwischen der Theorie und der Praxis ist dann auch nochmal ein Unterschied, aber dafür gibt es ja dann die Stillgruppen und Stillberaterinnen. Bei grösseren und komplizierteren Problemen kann man eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC heranziehen. Es handelt sich um Gesundheitspersonal, mit einer Fachausbildung zum Thema Stillen (siehe Link).

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